Wir haben zum ersten Mal die niederländische Stadt Maastricht besucht. Für die gesamte Familie war dieser Ausflug ein tolles Erlebnis, denn die Stadt ist wirklich sehenswert und hat viele schöne Ecken, auf die sich ein näherer Blick lohnt. Maastricht liegt in der Provinz Limburg und ist nur etwas mehr als eine Autostunde von Köln oder Düsseldorf entfernt. Daher eignet sich ein Besuch in Maastricht perfekt für einen Tagesausflug aus Nordrhein-Westfalen. Auf unserer Reise steuerten wir jedoch zunächst die Gemeinde Valkenburg aan de Geul an, denn dort wartete das erste Abenteuer auf uns.
Die Burgruine und die Grotte in Valkenburg
Die Kasteelruine Valkenburg ist eine von zwei Höhenburgen in den Niederlanden. Die Anlage wurde ab dem Jahr 1075 erbaut, mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, bis sie schließlich im Jahr 1672 von Truppen des Statthalters gesprengt wurde, damit sie nicht den Franzosen in die Hände fällt.
Bevor wir uns an den Aufstieg zur Ruine machten, ging es zunächst tief hinab – und zwar unter die Burg. Wir besichtigten die Fluweelengrotte, ein riesiges Gängelabyrinth, welches vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert durch den Abbau von Kalkstein entstanden ist. Wir nahmen an einer Führung durch die Grotte teil, die jedoch nur auf Niederländisch stattfand, weshalb wir leider nicht allzu viel verstanden haben und es für die Kinder während der Erzählungen manchmal ein wenig langatmig wurde. Dennoch war die Führung durch die unterirdischen Gänge ein unglaublich tolles Erlebnis. Wir hatten vorgesorgt und eigene Taschenlampen mitgebracht, da ich zuvor gelesen habe, dass es dort zappenduster ist und die einzige Lichtquelle die Lampe des Guides sei.
Daher ist das auch unser Tipp für Euch: Unbedingt eigene Taschenlampen einpacken und außerdem warme Kleidung tragen, da in den Grotten eine konstante Temperatur von 12 Grad herrscht – zu jeder Jahreszeit.
Hier kommen nun ein paar Eindrücke aus der Grotte.
Es ging auf Abenteuertour durch finstere Gänge. Überall waren historische Wandmalereien zu finden. In fast jeder Ecke gibt es etwas Interessantes zu entdecken. Das scheinbar endlose Tunnelsystem diente früher als Fluchtweg aus der Burganlage. Neben den aufwändigen Wandmalereien befinden sich in den Tunneln sogar eine Kapelle und eine Pferdetränke.
Die Führung hat sich richtig gelohnt. Mein Mann und ich waren sogar so begeistert, dass wir am liebsten einmal ganz allein durch die Gänge geschlichen wären. Es war wirklich ein besonderes Erlebnis.
Irgendwann wurden die Gänge schließlich enger, und es ging aufwärts. Wir traten den Weg nach oben zur Burgruine an. Dort angekommen, mussten wir uns erst einmal ein wenig an das Licht gewöhnen. Die Kinder stürmten sofort begeistert drauf los und eroberten die Burg, kletterten auf Steine, schlüpften durch enge Gänge und Löcher hindurch. Alles wurde haarklein erkundet.
Oben angekommen, wurde erst einmal die Aussicht über Valkenburg genossen. Wir haben uns auf der Burganlage viel Zeit genommen, um alles zu erkunden. Ich liebe historische Gemäuer und die Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Deshalb war die Besichtigung der Grotten und der Ruine ein echte Highlight.
Info
- Anschrift: Daalhemerweg 27 | 6301 BJ Valkenburg aan de Geul
- Eintritt: Erwachsene 16,50 €, Kinder (6 – 16 Jahre) 12,00 €, Kinder unter 6 Jahre freier Eintritt
- Tickets: hier bestellen
- Extra-Tipp: von Mitte November bis Ende Dezember findet in den Grotten ein unterirdischer Weihnachtsmarkt statt.
Maastricht
Nach dieser gelungenen ersten Etappe unserer kleinen Reise, ging es für uns weiter Richtung Maastricht. Das Zentrum erreichten wir innerhalb von etwa zwanzig Minuten. Wir steuerten das Q-Park Parkhaus am Vrijthof an, welches sehr zentral liegt, jedoch mit 3,60 €/Stunde nicht gerade günstig ist. Das Maximaltarif liegt bei 35,00 €. Es gibt jedoch auch günstigere Parkplätze. Von dort aus machten wir einen knapp zehnminütigen Spaziergang zu unserem nächsten Ziel.
Dabei kamen wir vorbei an Het Ezeltje – eine Esel-Skulptur, die die Herzen der Kinder sofort höher schlagen ließ. Der Esel soll an die Zeiten erinnern, in denen die Tiere als treue Transporttiere in Maastricht dienten.
Die Gegend mit ihren alten Gebäuden war wirklich schön anzusehen. Und dann war es Zeit, für das nächste Highlight.
Naturhistorisches Museum Maastricht
Das Naturhistorische Museum wollten wir vor allem aus einem Grund besuchen: wegen der Dinosaurier-Skelette! Mein Sohn – der größte Dino-Fan überhaupt – wollte sich unbedingt einmal Skelette anschauen. Viele gibt es dort zwar nicht, aber für den Anfang reicht es. Außerdem gibt es dort noch jede Menge andere Dinge zu entdecken.
Wir bestaunten die ersten Fossilien und Knochen. Die Zähne sind echt „niedlich“. Da bekommt man eine Vorstellung davon, welche Kraft die Riesenechsen im Gebiss hatten.
Schon ziemlich zu Beginn der Ausstellung erwartete uns das, wofür wir hergekommen sind: Die Dinosaurier-Skelette. Zuerst begegneten wir dem Skelett des Mosasaurus, einem Meeresreptil, das bis zu achtzehn Meter lang und zehntausend Kilogramm schwer werden konnte.
Bei diesem Gesellen waren wir uns leider nicht sicher, um welche Art es sich handelt, da er im Museum nur als „Der niederländische Dino“ bezeichnet wird. Wir „Experten“ denken, es könnte sich dabei um einen Corythosaurus oder einen nahen Verwandten eben diesen handeln.
Neben den Dinosaurier-Skeletten kann man das Skelett eines Archelon, einer ausgestorbenen Gattung der Meeresschildkröten, entdecken, sowie verschiedene Ammoniten, Schwämme und Fragmente anderer Urzeittiere.
Aber auch die Natur heute kommt in diesem Museum nicht zu kurz. Wolf, Fuchs und heimische Vögel, sowie Insekten und ein Bienenstab warten auf einen Besuch. Außerdem gibt es auch einen Museumsgarten.
Im „Bruin Museum“ kann man erleben, wie eine Museumsaustellung im 19. Jahrhundert ausgesehen hat.
Info
- Anschrift: Natuurhistorisch Museum Maastricht, De Bosquetplein 7, 6211 KJ Maastricht
- Eintritt: Erwachsene 12,00 €, Kinder 5 – 17 Jahre 7,00 €, Kinder bis 4 Jahre freier Eintritt
- Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag – Freitag: 11:00–17:00 Uhr, Samstag und Sonntag: 13:00–17:00 Uhr
Wir beendeten unseren Besuch mit einem kleinen Spaziergang durch den Museumsgarten und machten uns anschließend wieder auf den Weg in die Stadt. Wir aßen bei McDonalds am Vrijthof, da wir hier sicher sein konnten, dass die Kinder auf jeden Fall auch etwas zu sich nehmen. Es ist einfach am wenigsten kompliziert und geht am schnellsten. Doch es gibt auch jede Menge andere Restaurants, die gemütlich aussehen und zu einer Einkehr einladen.
Spaziergang durch Maastricht
Nachdem alle satt waren, blieb noch genügend Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang durch diese wunderschöne Stadt. Da die Kinder zwischenzeitlich ganz schön viel gelaufen sind, holten wir nach dem Essen unseren neuen Bollerwagen von Fuxtec (*) aus dem Auto. Zuvor hatten wir einen klassischen Bollerwagen aus Holz, doch der war zum Mitnehmen nicht sonderlich gut geeignet. Unseren neuen „Ferrari“ hingegen kann man ganz einfach zusammenklappen, und somit lässt er sich ganz einfach in den Kofferraum packen. Und was ich besonders gut finde: Man kann ihn sowohl ziehen als auch schieben. Jedenfalls machten die beiden es sich gemütlich – oder auch nicht – und wir zogen noch ein wenig durch die Stadt. Zunächst ging es stadtauswärts Richtung Wasser, denn Maastricht liegt – wie der Name es bereits verrät – direkt an der Maas.
Von der Promenade bogen wir schließlich wieder Richtung Stadtkern ein und liefen durch zauberhafte, kopfsteingepflasterte Gassen, vorbei an windschiefen Dächern und gemütlichen Plätzen.
Pater-Vinck-Turm und Stadtmauer
Mich zieht es zu einem ganz besonders schönen Fleckchen dieser Stadt, welches ich auf der Hinfahrt entdeckt habe. Ich lotse meinen Mann durch die Gassen, ohne dass er das genaue Ziel kennt. Ich bin hier einfach meinem Gefühl gefolgt und habe tatsächlich den richtigen Weg gefunden. Wir finden schließlich die alte Stadtmauer, das Helport und den Turm Pater Vincktoren, der früher ein Teil der zweiten, mittelalterlichen Stadtmauer war. Dort entdeckten wir einen tollen Wasserlauf, an dem wir längere Zeit verweilten, sowie ein wunderschönes historisches Gebäude
Wir kehrten diesem Teil der Stadt schließlich den Rücken, da es ein bisschen windig und ungemütlich wurde und schlugen schließlich den Rückweg Richtung Vrijthof ein. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir noch ein paar weitere schöne Gassen, durch die wir gemütlich schlenderten.
Schließlich gelangten wir wieder an unseren Ausgangspunkt. Wir verweilten noch ein bisschen am Vrijthof, mit der Sint Janskerk und Servatiusbasilikabis. Erstaunlicherweise hatten die Kinder nämlich plötzlich wieder eine unbändige Energie und tobten sich noch einmal so richtig aus.
Als jedoch die ersten Regentropfen auf die Erde prasselten, traten wir die Heimreise an. Es war spät geworden, und es war ein langer aber vor allen Dingen sehr schöner Tag. Etwa eine Stunde kamen wir müde, aber auch zufrieden wieder zu Hause an.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
- Boekhandel Dominicanen – Berühmte Buchhandlung in einer alten Kirche.
- Vrijthof – Der zentrale, historische Hauptplatz.
- Sint-Servatiusbasilika – Älteste Kirche der Niederlande mit einer reichen Schatzkammer.
- Grotten Sint Pietersberg – Das faszinierende, kilometerlange Höhlensystem (Mergelgrotten) unter dem Berg.
- Sint Servatiusbrug – Die älteste Steinbrücke der Niederlande und ein Wahrzeichen der Stadt über die Maas.
- Wyck Viertel – Das stilvolle, historische Viertel auf der Ostseite der Maas mit Boutiquen und Cafés.
- Sint-Janskerk – Bekannt für ihren markanten roten Turm, der bestiegen werden kann.
- Helpoort – Das älteste erhaltene Stadttor des Landes.
- Basiliek van Onze Lieve Vrouwe – Imposante romanische Kirche mit einer schönen Atmosphäre.
- Natuurhistorisch Museum Maastricht – Bekannt für seine Fossilien und die Naturgeschichte der Region.
Unser Fazit
Maastricht ist auf jeden Fall eine Reise wert. Nicht nur uns, sondern auch den Kindern hat es richtig gut gefallen, weil wirklich für jeden etwas dabei war. Wir werden sicher wiederkommen!
Weitere Tipps
Wenn Ihr mehr Infos über die wunderschöne Stadt Maastricht haben möchtet, kann ich Euch diesen Reiseführer* empfehlen.
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