Wanderung Klangweg Hohscheid und Bergkamm Molberlee – ein echtes Abenteuer

Die Molberlee habe ich 2023 in einem Instagram-Reel entdeckt und wusste sofort: Da muss ich hin! Seitdem habe ich auf eine passende Gelegenheit gewartet, bis es im Sommer 2024 endlich so weit war. Luxemburg liegt nämlich leider nicht gerade bei uns um die Ecke, sodass dieser Wanderausflug ein wenig Planung und vor allem auch eine Übernachtungsmöglichkeit erforderte. Aber die hatte sich schließlich gefunden, und so konnte es losgehen.

Die Wetteraussichten waren eher durchwachsen. Der Himmel war wolkenverhangen an diesem Donnerstagmorgen im August, doch immerhin waren Regen und Gewitter erst für den Nachmittag vorhergesagt. Bis dahin sollten wir längst wieder auf dem Heimweg sein.

Aber nun gehen wir erst einmal los. Der Startpunkt unserer 4 Kilometer langen Wanderung ist der Parkplatz an der Kirche (6 Lisseneck in 9377 Hoscheid), Luxemburg. Dort erwartet uns auch gleich der erste Klangpunkt des Klangweges, von dem wir ein Teilstück gehen werden und der vor allem für die Kinder richtig toll ist.

Zunächst laufen wir ein gutes Stück durch die Ortschaft, bevor wir den nächsten Klangpunkt entdecken – die musikalischen Zaungäste.

Nur kurz darauf finden wir ein überdimensionales Xylophon.

Dann passierte etwas, das uns nicht sonderlich gut gefiel: Es fing an zu regnen.

Regen setzt ein. Na toll!

Ein Blick auf die Wetter-App zeigte mir jedoch nach wie vor das Gleiche an: Der Regen sollte erst am Nachmittag einsetzen. Daher ging ich davon aus, dass es sich lediglich um einen kurzen Schauer handelte, und wir liefen fröhlich weiter. Immerhin hatten wir auch zwei Regenschirme dabei. Es würde schon irgendwie gehen.

Doch sobald wir in den Wald eintauchten, wurde der Regen schlimmer. Also so richtig schlimm. Es dauerte nicht lange, bis ich völlig durchnässt war, denn ich war die ohne Schirm. Mein Sohn hatte einen, und mein Mann und meine Tochter haben sich den zweiten mehr oder weniger geteilt. Schließlich fragte mein Sohn, ob wir nicht umkehren könnten. Aber ich war doch extra für diese Wanderung nach Luxemburg gekommen! Wir mussten das durchziehen – was zu sehr viel Unmut geführt hat. Aber das musste ich wohl aushalten.

Weitere Stationen des Klangwegs

Auf dem Klangweg ging es permanent bergab, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es später wieder bergauf gehen musste. Insgesamt hielt die Strecke 210 Höhenmeter für uns bereit. Nachdem wir schließlich ganz unten angekommen waren, folgte nach einer kurzen Verschnaufpause der Aufstieg. Es regnete immer noch, aber so tief unten im Wald hat man davon nicht mehr so viel gespürt. Allerdings blieben wir ja nicht lange dort unten. Es folgte ein langer und steiler Aufstieg, der schließlich serpentinenartig verlief.

Aufstieg zur Molberlee

Aber dann eröffnete sich uns ein gigantischer Weitblick auf die umliegenden Berge, der meinen Atem ins Stocken brachte. Es war einfach so unfassbar schön, trotz oder vielleicht genau wegen des schlechten Wetters. Die Wolken hingen tief und zauberten eine ganz besondere Atmosphäre.

Der Ausblick, auf den ich so lange gewartet habe …

Dort oben hatten wir auch eine besonders witzige Begegnung. Wir dachten ja, wir wären die einzigen Verrückten, die bei diesem Wetter unterwegs sind. Doch auf einem der gegenüberliegenden Berge waren noch zwei Wanderer unterwegs, und als sie uns entdeckt hatten, haben sie ganz freudig gejubelt und uns zugewunken. Das war ein schöner Moment.

Auf dem Berg hinter mit entdeckten wir die anderen Wanderer. Übrigens war ich zu diesem Zeitpunkt bereits „ein wenig“ nass.

An dieser Stelle hatte meine Tochter dann auch verstanden, warum ich sie diesen Berg hinaufgejagt habe. Sie war so begeistert, dort oben zu stehen, den Wind in den Haaren zu haben und die Aussicht zu genießen. „Mama, hier oben fühlt man sich so frei!“, sagte sie voller Euphorie.

Doch wir waren noch nicht am Ende unseres Weges. Es ging immer höher und höher.

Einen Moment lang schien es, als würde der Regen nachlassen.

Allerdings donnerte es plötzlich, das war dann nicht mehr so erheiternd. Und der Regen wurde noch heftiger und schoss wie ein Sturzbach den Gratweg hinunter. Von da an hieß es nur noch: Schnell weg hier! Wir waren super erleichtert, als wir wieder die Straße und damit den Ort erreicht haben. Das letzte Stück über die Molberlee war ziemlich anstrengend, und leider konnten wir es dann aufgrund des Gewitters gar nicht mehr genießen. Und trotzdem haben sich die Anstrengungen so sehr gelohnt, weil es einfach ein wunderschönes Fleckchen Erde ist.

Jetzt aber schnell. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Regen stärker und stärker.

Als wir endlich am Auto waren, haben wir unter dem Vordach der Kirche unseren Koffer geöffnet und trockene Kleidung herausgekramt, denn wir waren wirklich nass bis auf die Haut. Das war ein Erlebnis, das kann ich Euch sagen!

Team Begossener Pudel, zu diesem Zeitpunkt bereits wieder in trockener Kleidung.

Link zur Tour

Hier geht es zur Tour auf Komoot.

Video

Schaut unbedingt den Film zur Wanderung. Am Ende seht Ihr, wie nass ich geworden bin.

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