Nach unserem zehntägigen Aufenthalt in Hastings wollten wir den Kindern den Wunsch erfüllen, nach London zu reisen. Nun ist es so, dass man sich zwei Wochen in dieser Stadt aufhalten könnte und immer noch nicht alles gesehen hat – und uns blieben gerade einmal eineinhalb Tage. Aber mit der richtigen Planung schafft man es dennoch, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu entdecken.
Da Hotels im Stadtzentrum ziemlich teuer sind, haben wir in einem größeren Radius gesucht und uns für zwei Nächte im Toby Carvery Beckenham in Bromley ein Familienzimmer gemietet. Von dort aus ging es dann mit der Bahn ins Stadtzentrum. Die Fahrt dauerte etwa 35 – 45 Minuten, je nachdem, welche Station man anfahren wollte.
Natural History Museum
Unser erstes Ziel war das Natural History Museum in South Kensington. Es ist eines der größten naturhistorischen Museen der Welt. Allein schon das Gebäude im romanisch-byzantinischen Stil aus dem Jahre 1860 für sich ist absolut beeindruckend. Ins Staunen kommt man auch, wenn man die imposante Eingangshalle betritt. Von der Decke hängt nämlich das gigantische Skelett eines Blauwals. Auch sonst hat die Ausstellung wahnsinnig viel zu bieten. Dadurch, dass der Eintritt kostenfrei ist, wie in allen staatlichen Museen in Großbritannien, war das Museum jedoch ziemlich überfüllt. Vor allem im Bereich mit den Dinosaurier-Skeletten war extrem viel los. In einigen Bereichen konnte man sich dafür etwas entspannter umsehen.
Westminster
Mit der District Line ging es anschließend nach Westminster. Dort liegen der Palast von Westminster, auch bekannt als Houses of Parliament, der Big Ben sowie Westminster Abbey dicht beieinander. Somit haben wir am ersten Tag schon die wichtigsten Spots der Stadt sehen können.
An Tag 2 haben wir uns nach dem Frühstück gleich wieder in die Bahn gesetzt. Unser Ziel: Der Tower of London. Gefahren sind wir bis zur Station London Bridge. Von dort aus wartete noch ein rund zwanzigminütiger Fußmarsch auf uns. Dabei kamen wir an The Shard vorbei, einem 310 Meter hohen Wolkenkratzer in Southwark. Außerdem konnten wir einen ersten Blick auf die Tower Bridge erhaschen.
Tower Bridge
Je näher wir unserem eigentlichen Ziel kamen, desto näher kamen wir auch der Tower Bridge. Sie ist eines der Wahrzeichen von London und wurde zwischen 1886 und 1894 erbaut. Man kann das Innere der Brücke erkunden und dabei teilweise sogar über Glasböden laufen. Leider war unsere Zeit stark begrenzt, sodass die Besichtigung für uns ausfallen musste.
Tower of London
Den Tower zu besichtigen ist einzig und allein auf meinem Mist gewachsen. Ich liebe die historischen Romane von Rebecca Gablé, in denen dieses Bauwerk das ein oder andere Mal eine Rolle spielte. Den Tower mit soviel Hintergrundwissen zu besuchen, war schon etwas Besonderes.
Nicht nur das historische Gemäuer selbst war beeindruckend, auch die Ausstellung im Inneren war überaus spannend. Obendrein kann man in einem der Nebengebäude die Britischen Kronjuwelen bestaunen.
Buckingham Palace
Meine Tochter wollte unbedingt zum Buckingham Palace. Um den weiten Fußweg zu überbrücken, haben wir uns für eine Fahrt mit einer Rikscha entschieden. (Achtung: Sehr teuer! Vorher über den Preis erkundigen.) Den Grund, weshalb sie herkommen wollte, hat sie mir aber erst vor Ort verraten: Sie wollte die Horse Guards sehen, doch die befinden sich nicht am Buckingham Palace, sondern knapp zwanzig Minuten Fußweg davon entfernt an der Whitehall. Deshalb haben wir die leider verpasst.
Der Buckingham Palace wurde im Jahr 1703 erbaut und ist die offizielle Residenz des Königs. Der Palast hat unglaubliche 775 Räume. Ein Teil davon kann in den Sommermonaten besichtigt werden.
Restaurant-Tipp: STRADA Southbank
Nach so viel Laufen, waren wir alle etwas k.o. und vor allem hungrig. Mit der Bahn ging es wieder Richtung Westminster, wo uns am Queens Walk das STRADA ins Auge fiel. Da Pizza und Pasta immer geht, haben wir nicht lange überlegt und uns dort einen Platz im Freien gesucht. Und was soll ich sagen? Wir hatten die beste Pizza seit langem. Aber auch die Pasta, die mein Mann sich bestellt hatte, ebenso wie die Pommes meiner Tochter, war richtig gut. Von daher eine Herzensempfehlung von mir.
Jubilee Gardens & London Eye
Nach dem Essen ging es vorbei an den Jubilee Gardens, wo etliche Straßenkünstler, Artisten und Tänzer für Unterhaltung sorgten. Es gab ein Karussell und verschiedene Buden mit Eis, Snacks und Getränken. Das London Eye ist von dort aus nur einen Steinwurf entfernt. Tickets dafür bucht man am besten vorab.
London Dungeon
Dann haben wir uns ins London Dungeon gewagt – vermutlich die schaurigste Attraktion in London. Es ist eine Mischung aus Gruselkabinett und interaktivem Theater. Viele Teens lieben ein bisschen Nervenkitzel, deshalb war der Besuch im Dungeon für meinen Sohn genau das Richtige. Meine Tochter hat das allerdings anders gesehen.
Zuvor hatte ich bereits die Dungeons in Hamburg und Amsterdam besucht. Diese waren zwar auch gruselig, aber das London Dungeon toppt das Ganze noch mal. Außerdem dauerte der Rundgang mit rund eineinhalb Stunden deutlich länger als in den anderen Dungeons. Also, wer so etwas mag, sollte das nicht verpassen.
Hamleys
Auf der Regent Street befindet sich ein Spielzeugladen der Superlative. Auf insgesamt sieben Stockwerken bietet Hamleys über 50.000 Spielzeugartikel, Live-Spielzeugdemonstrationen durch Mitarbeiter in Kostümen, Build-A-Bear, wo man eigene Stofftiere herstellen kann, und große Bereiche für Marken wie LEGO, Barbie, Harry Potter und Star Wars. Bereits seit 1881 befindet sich dieser Laden nun in der Regent Street und gehört zu den ältesten und größten Spielzeuggeschäften der Welt. Gegründet wurde er sogar schon 1760 unter dem Namen Noah’s Ark. Nicht nur für Kinder ein toller Laden. Wir kamen aus dem Staunen kaum heraus.
Fazit
Ihr seht, wir waren viel unterwegs, haben unfassbar viele Schritte gezählt und waren nach diesen beiden Tagen echt k. o. Aber es hat sich definitiv gelohnt. Wir haben fast alles gesehen, was wir unbedingt sehen wollten, auch wenn wir gerne noch mehr Dinge besichtigt hätten. Aber für die kurze Zeit, die uns zur Verfügung stand, können wir durchaus zufrieden sein. Den Kindern hat es gefallen, uns Eltern auch – nur unserem Kontostand nicht so sehr. Alles ist einfach unfassbar teuer, daher sollte man vorher gut planen, was man definitiv sehen möchte und worauf man eventuell verzichten könnte. Jedenfalls ist London eine großartige Stadt, die jederzeit eine Reise wert ist.









